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 © by Luftschiffharry


Intermezzo in Belgien (IV) *

In Brabant formen sich indes neue Fronten. Die verwitwete älteste Tochter des Herzogs von Brabant, Elsa von Brabant. fordert in einem offenen Brief, der in der örtlichen wie auch überregionalen und sogar internationalen Presse verbreitet wird, den nominalen König von  Belgien auf sich zu entscheiden. Flankiert wird die Aktion vom deutschen Gouverneur in den belgisch besetzten Gebieten und vom deutschen Kaiserhaus. Nach wie vor bieten die Deutschen den vollständigen Abzug aus Belgien an. Gefordert wird allerdings ein Kampfbündnis des neuen Staates mit Deutschland. Offizieller Ausdruck dieser Allianz soll eine deutsch-brabantische Division sein, die ihren Sitz in Gent haben soll. Gent wird zugleich als Flottenstützpunkt der marinen Luftflotte sprich der europäischen Lufthafen-Infrastruktur. Der Ausbau des Lufthafens in Gent wie auch der Aufbau der gemeinsamen Division wird vollständig vom Deutschen Kaiserreich getragen. Erster Kommandeur dieser Streitkraft wird Flottenadmiral Genofeva von Brabant (eine Nachfahrin der legendären brabantischen Heiligen). Die Division besteht zur Hälfte aus brabantischen (belgischen) Kräften, die andere Hälfte wird durch Freiwillige aus deutschen oder anderen Landen aufgefüllt. Die Kontraktierung erfolgt durch eine gemeinsame Personal-Kommission. Die Besatzungstruppen Deutschlands sollen bis Ende 1917 das Land verlassen und alle adminstrativen Funktionen abgegeben haben.
        Der im britischen Exil weilende Albert I. von Belgien wird durch entsprechende deutsche Zuwendungen vertröstet und ermuntert endgültig nach Brazzaville auszuwandern. Die Wallonen versuchen ob dieser Aussichten einen eigenen Kandidaten zu positionieren. Ihr Bemühungen stehen aber unter einem ungünstigen Stern, da die potentiellen französischen Mitstreiter nicht über eine so große Unterstützung verfügen und auch keine derartigen Reserven aktivieren können. Insbesondere fehlt ihnen eine entsprechende Person deren Vita eine ähnliche Strahlkraft aufzuweisen hat wie das Haus Brabant. Da macht sich die gebrochene Geschichte des französischen Königshauses bemerkbar, die nach der Inthronisierung von Napoleon I. eher durch Schlagzeilen denn durch (positive) politische Fakten auffiel.  Paris gleicht einem eher einer Hexenküche als einer Hauptstadt, aus der wegweisende Impulse kommen könnten. Frankreich bleibt für Deutschland ein wichtiger Verbündeter, Belgien wird zum Juniorpartner. 
        Anlog zum Deutsch-Britischen Neuguina Engagement (Luftschiff-Vermessungs-Expedition) wird in Flandern ein Projekt für Flugboote initiiert. Angestrebt wird eine zivile Atlantik-fähige Version, die einen späteren überseeischen Flugverkehr nach Amerika wie auch Afrika bedienen kann. Ein militärischer Ableger wird nicht ausgeschlossen, ist aber vorerst nicht vorrangiges Ziel dieses Forschungsverbundes. Projekt-Generalunternehmer wird die deutsche Firma Dornier, die dazu ihren Firmensitz vom Bodensee nach Nieuwpoort in Flandern verlegt. Die geographische Nähe zur französischen Grenze soll es den Franzosen schmackhaft machen sich an diesem Forschungsverbund zu beteiligen. Im wenige Kilometer westlich gelegenen Koksijde residiert die kleine Firma von Georgius Van Acker. Er hat griechisch-niederländische Wurzeln und stammt ursprünglich aus Brügge. Die Firma ist bekannt für ihre innovativen Ideen zum Flugzeugbau. Dornier kauft das Werk und stellt Van Acker als leitenden Direktor ein. Der Mann ist nicht nur ein ausgezeichneter Ingenieur, sondern hat durch seine familiären Verbindungen zur Freimaurerloge “La Flandre” in Brügge auch beste Kontakte zur flandischen Geschäftswelt. Damit sind  die Dornier-Nieuwpoort-Werke gut für die kommenden Anforderungen gerüstet. Das erste Firmen-Projekt, ein Riesen-Seeflugzeug, erhält den vielsagenden Arbeitsnamen Jan Turpin.

*        Kapitel aus der alternativen** (fiktiven) Geschichte by Luftschiffharry
          Das Weltreich der Luftschiffe - Weltherrschaft unter anderen Vorzeichen
**      ergänzende, erklärende Worte dazu siehe hier









Dear airship-friend ...
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ein Motiv - vier verschiedene Ansichten
Einbringen der Prise Bark "Royal" 1917 in Cuxhaven (Prisenkommando Fegert - Marineluftschiff L 23 am am 23. April 1917





















Zeppelinluftschiff Hansa beim Überflug von Wiedelah am 13. Oktober 1912
- Fahrt Hamburg - Landung in Braunschweig - Überflug Wiedelah - Weiterfahrt nach  Gotha -








ergänzende Worte zu kontrafaktischer / alternativer Geschichte


Ich nehme niemanden übel, wenn er sich mit alternativer / kontrafaktischer Geschichte nicht auskennt. Zu dem Thema kontrafaktische Geschichte und deren Verständnis möchte ich aber noch dieses anmerken. Mancher versteht meine Bilder als Nonsens, also kontrafaktisch - aus dieser Sicht muss ein "ernsthafter Historiker" die Verwendung ablehnen, da die gezeigten Details nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Gleichzeitig habe ich noch in keinem Buch gelesen, dass dieses oder jenes Bild nicht gezeigt werden kann, weil Details fehlerhafte Informationen enthalten. Zu Zeiten der Zeppeline waren viele Postkarten noch Grafiken oder Gemälde. Als sehr gutes Beispiel können wir die Szene L 23 / Bark "Royal" heranziehen. Sowohl Adolf Bock wie auch Robert Schmidt-Hamburg malten das falsche Luftschiff, andere kopierten und/oder nahmen auch ein falsches Luftschiff. Der berühmte Marinemaler Willy Stöwer (sonst sehr um Präzision bemüht) zeigt auch das falsche Luftschiff (mit einer mittleren Passagiergondel). Lediglich Enno Kleinert malte einen annähernd korrekten Zeppelin-p-Typ (zu dem der LZ 66 / L 23 gehörte). Die Führergondel ist aber schon wieder so deformiert, dass sich mancher Kenner aufregen würde. Kleinert hatte den Vorteil, dass er sein Gemälde an einem recht korrekten Modell des Luftschiffes ausrichten konnte. Er fertigte seine Arbeit aber erst im Jahre 2000. Bis 1985 wurde über den tatsächlichen Typ des Seglers gerätselt ... die Vermutungen gingen von Ketsch bis Bark. Erst 1985, beim L 10-Tag in Nordholz konnte unser Freund OHH per Zufall den Segler-Typ korrekt zuordnen als er im Museum (zusammen mit mir) einen Film vom Einlaufen der "Royal" in Cuxhaven sah. Schnell wie er war, fertigte er auch das einzige bekannte Foto von der Bark (von der Film-Leinwand abfotografiert - siehe beiliegendes Bild). Der Film mit der Bark ist seit dem spurlos verschwunden ... entsprechende Nachfragen von OHH (direkt danach und später) verliefen ergebnislos. Der Historiker muss entscheiden, ob er dieses unpräzise Material verwendet oder nicht. Puristen werden hier natürlich arg ins Schleudern kommen. Selbst echte Fotos können bemerkenswert unpräzise sein ... der Retusche-Pinsel war damals ein gern genutztes Utensil der Fotografen. Grafiken und Gemälde sind von daher per se ein unscharfes Recherche-Mittel, können nur zur Dekoration eines Textes genutzt werden. Die Brandmarkung eines (Arte)Faktes als kontrafaktisch hat also seine Nebenwirkungen.

Alternative Geschichtsschreibung ist sehr bekannt und beliebt in Rollenspielkreisen (u.a. auch im Steampunk). Im Gegensatz zu dem was in dem Wikipedia-Artikel beschrieben wird, geht es nicht darum irgendwelche geschichtlichen Vorgänge falsch darzustellen, sondern vielmehr werden Szenarien durchgespielt wie die Geschichte anders hätte ablaufen können. Das ist in etwa so wie mit den Leuten, die meine Verformungen, den Æmopunk sprich deren Sinn nicht verstehen (können / wollen). Es geht nicht um das Verstehen, sondern nur um Spaß an der Freude. 99 Prozent aller Spiele (gleich welcher Art) simulieren irgend einen Zustand, der im Spiel dann als Spielsituation als gegeben hingenommen wird. Kein Mensch fragt wie real die Straßen- und Wohnhaus-Preise in Monopoly sind. Es ist nur ein Spiel. So ist das auch bei meinen Bildern, und so ist das auch bei der alternativen Geschichtsschreibung. Kontrafaktische Geschichte ist daher als Begriff schon völlig daneben, falsch bis irreführend definiert. Es gibt in der alternativen Geschichte keine (verifizierbaren) Fakten ... also kann man sie auch nicht verfälschen. Alles ist frei erfunden. Dass dabei die reale Weltgeschichte immer wieder Wegmarken liefert, ist nur ein Hilfsmittel für die Logik der Geschichte. Jede Science Fiction Story ist im Grunde alternative Geschichte ... mal liegt sie in der Vergangenheit, mal in der Zukunft. Die meisten Geschichten von Jules Verne sind nichts als alternative Geschichte. Will man ihm unterstellen er hätte die Geschichtsschreibung verfälschen wollen ? Völliger Schwachsinn. Dass manche Menschen absolut keine Phantasie haben, ist deren Problem --- und nicht meines. Das ist wie beim Fernsehprogramm: umschalten, ausschalten. Nach der Denke kann man sich nicht einmal eine Ubertragung aus irgend einem Parlament anschauen ...nur Fiktion und Fakes.






Live-Rollenspiel LARP "Battlestar Galactica" - Projekt "Exodus" Wilhelmshaven an Bord Hesperios aka DDG Mölders D 186
 





Æmopunk