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 © by Luftschiffharry




Antwort-Mail an meine Mentorin nach einem Hinweis auf

Der Erste Weltkrieg - Kunst und Krieg / Die Abwesenheit von Kriegskunst

Liebe Elisabeth,
die Künstler (Maler und Grafiker wie auch Schriftsteller) haben zum Teil ihre Erlebnisse mit ihren Arbeiten therapiert. Wie überhaupt die meisten am Besten über Dinge berichten können, die sie selbst erlebt haben. Wer nur harmonische Dinge erlebt, wird selten zum Ausdruckskünstler. Ich nehme die Dinge noch ganz anders wahr. Ich sehe den Krieg und die Ereignisse drumherum durch die Augen und Ohren der Künstler. Das ist eine völlig andere Ebene als das was man in Zeitungen und Büchern lesen kann. Ich gehöre ja nicht zur Erlebnis-Generation und bekomme die Geschehnisse nur gefiltert angeboten. Schon die abgemilderte offizielle Form der Berichterstattung ist aber oft so extrem, so hasserfüllt, dass es schier unerträglich ist.

Die künstlerischen Filter (Augen und Ohren) machen das Ganze für mich zugänglich, erträglich ... und bietet so manchen Zwischenton, der sonst gar nicht erscheint oder gar verloren geht. Vieles erscheint heute abstrus oder verspielt. Die Wahrnehmungen, die Sprache ist heute ganz anders. Insofern sind die Arbeiten bildender Künstler und die der schreibenden Zunft ein andere Ebene, eine andere Zeit, eine parallele Welt.

Ich gucke mir keine Horrorfilme an, weil sie mir nicht nur schlechte Träume bescheren, sondern auch viel zu klein-dimensional, zu flach in der Darstellung sind ... um nicht zu sagen platt. Ein Bild von Otto Dix mag erschreckendes zeigen, aber es strukturiert schon, es polarisiert die Sicht, lenkt die Aufmerksamkeit in einen bestimmten Bereich, fokussiert. Da halte ich es in etwa wie ein Psychoanalytiker - ich höre vor allem zu, schaue zu. Aber ich urteile weniger. Ich glaube sowieso, dass historische Ereignisse immer aus verschiedenen (Zeit)Ebenen zu "beurteilen" sind. Die eine ist zeitgleich im entsprechenden Jahr / Tag angesiedelt und erlebt alles hautnahn mit. Die andere schaut aus der Ferne (zu), mit großem zeitlichen wie örtlichem Abstand. Wie wir wissen verändert das die Perspektive völlig. Schon aus diesem Grunde haben die Einschätzungen mit unterschiedlichen Blickwinkeln oft auch völlig andere Ergebnisse. Es ist eine alte Weisheit, dass es immer mindestens zwei Wahrheiten (= Wahrnehmungen) gibt ... vielfach noch mehr. Es gibt daher keine absoluten Ergebnisse, es kann sie nicht geben.

So viel für den Moment zur Kunst vom Krieg.

Harry






Das verformte Bild befasst sich mit dem Aufstiegsort der K.u.K. Drachenstation Klobenstein (FEDRASTA 1) an der Wand des Schlern. Die Station hatte die Feldpost-Nummer 623 und war  vermutlich teilidentisch mit der Feldwetterstation Bozen (FEWESTA 41 - Bolzano - heute Italien)), in unmittelbarer Nähe gelegen von Klobenstein  am Ritten (1.156 Meter) in Südtirol bei Bozen. Die Station lag an einer großen Alm (Aussage in "Die erste K.u.K. Feld-Drachenstation 1917" von  Oberleutnant d.R. Dr. Hans Pernter - siehe unter Felddrachenstation bei K.u.K. Luftfahrtruppe). Im Bild oben stellt die blaue Fläche in der Mitte die vermutete Arbeitsfläche (eine Alm) für die Luftschiffer der Drachenstation dar. Eine alternative Sicht auf die Fläche bieten die beiden Bilder unten im Kasten. Es zeigt allerdings jedes Mal die Wand des Schlern ... und den können wir nach derzeitigem Stand der Erkenntnisse ausschließen: zwischen der Wand und Klobenstein liegt nämlich das Eisacktal  und die heutige Brenner-Autobahn (herzlich Dank für diesen Hinweis an Günther Geier vom Landeswetterdienst in Bozen [Abteilung 26 - Brand- und Zivilschutz] !). - Hier noch so ein Nebenbei-Fund - aber wie ich finde - durchaus wichtig. Bis vor kurzem war mir nicht bekannt, dass zum Ort Klobenstein seit 1907 eine Bahnstrecke führte (siehe auch Rittner-Bahn). Nach entsprechenden Recherchen zur Wirklichkeit der Bahn, nehme ich an, dass trotz relativ kurzer Strecke und Fahrzeit von Bozen nach Klobenstein, die Wettersoldaten nicht jedes Mal aus Bozen anreisten, sondern vermutlich direkt im Ort Klobenstein (italienisch Collalbo genannt) wohnten und arbeiteten. Im Falle der Drachenstation Klobenstein verdichten sich Erkenntnisse dazu, dass der Kontakt zur Feld-Wetterstation in Bozen vermutlich (nur) per Telefon oder gar Funk erfolgte. Nachschub für die Soldaten (Nahrung, Gerät, Material wie Wasserstoff) kam via Rittnerbahn. Die Aufstiege fanden wohl direkt bei Klobenstein statt. Eine militärische Drachenstation der K.u.K. Wetterorganisation (Teil der Luftfahrtruppen) führte damals fast täglich zwei bis drei Drachen-Aufstiege durch (je nach Wind- bzw. Wetterlage) und ließ auch mehrfach Pilotballone aufsteigen um die Windgeschwindigkeiten zu erkunden. Vergegenwärtigt man sich diese Gegebenheiten so wird klar, das der einfache Transport respektive Nachschub für die Station via Bahn bis in 1.191 Meter Höhe eine echtes Plus, ein Standort-Vorteil war. Für Drachen-Freunde dürfte Klobenstein noch heute eine Reise wert sein um an historischem Orte Aufstiege zu wagen. 



Dear airship-friend ...
... If you have further questions, 
please feel free to ask in English or German.






Automobil und Wettersoldaten der Felddrachenwarte 61 
- Aufstieg eines Drachen in Galizien -












 Über den Pyramiden von Gizeh
LZ 127 Graf Zeppelin bei der Ägyptenfahrt 1931









"King Stephen" und L 19 - Grafik von Algernon Black
 featured by Luftschiffharry
- ursprünglich erschienen am 10. Februar 1916 in der britischen Zeitschrift Flight - Wikipedia - blaue Version des obigen Bildes -
- siehe auch L 19 bei Æmopunk 42 -



Mail von der unermütlichen Elisabeth:
Harry, da ist Dir mal wieder ein Meisterwerk gelungen. Sieht toll aus. Manchmal haust Du Sachen raus,  das glaubt kein Mensch !!! Super ! Weisst Du, was mir auch so gut gefällt, das ist das oberste Bild von Aemopunk 31 wo auch das Wort drinsteht, mit dem hübschen Zeppelin. Ich habe es mir abgespeichert, aber es ist winzig klein, während es auf Deiner Seite groß erscheint. Das Bild finde ich als Plakat auch  sehr schön. Aber es hält einer starken Vergrößerung nicht stand. Könntest
Du etwas Ähnliches erstellen, was wir als Plakat drucken lassen könnten ? Wichtig, Dein ÆMOPUNK muss drin stehen. Finde ich richtig gut ! Und wenn Du magst, würde ich Dich auch bitten, dem Bild L 19 , jetzt zart cyclam, eine andere Farbe zu geben. Das ist als Motiv toll. Es muss nicht, kann aber  einfarbig bleiben, kann ruhig mehrfarbig sein, wie Du willst. Die Farbe passt nicht zu den Kartenfarben. 
Gute Nacht Elisabeth


Jooooooooooo - issss dennn schooo Weihnachten ?
Liebe Elisabeth,
Deine Spezialwünsche in allen Ehren, aber ich muss mich nach den Gegebenheiten richten, die mir das Ursprungsbild auferlegt. Das ist wie beim Ballonfahren. Man kann zwar warten bis der Wind in eine bestimmte Richtung weht (und man dann eine ungefähre Ahnung hat wohin es geht), aber während der Fahrt kommt es immer wieder vor das Wetter und Wind umschlagen ... und schließlich der Wind aus einer völlig anderen Richtung kommt.

So ist das auch beim Verformen der Farben, beim Morphen. Man kann zwar an den Schrauben drehen, aber wie stark das wirkt und in welche Richtung kann nicht vorhergesagt werden. Die Grundfarbe (häufig Schwarz-Weiss - Grau mit Zwischentönen) oder ein Sepia-irgendwas bis hin zu echten Grundfarben bestimmt die Startposition. Die Größe des Originals in Pixel ist eine andere aber durchaus auch wichtige Sache. Das was ich oft mit den Bilder mache, ist unter Fotografen eigentlich no go - ich blase die nämlich wie einen Luftballon elektronisch auf. Das geht natürlich nur bis zu einem bestimmten Prozentgrad und hat wie alles in der Welt der Physik Nebenwirkungen ... in diesem Fall beginnt das Produkt zu kacheln (Vierecke zu erzeugen), produziert Artefakte. Das kann man mit Gegenmaßnahmen etwas mildern, hat aber natürlichen seine Grenzen. Die Bäume wachsen also auch hier nicht in den Himmel.

 Das 3D-Bild hatte in seiner Urform mal gerade die Hälfte einer normalen Postkarte. Je nach dem in welcher Qualität das Bilder erstellt wurde kann man es mehr oder weniger aufpusten, an den Farben drehen ... oder nicht. Auftragsbilder mit bestimmten Farbrichtungen oder gar Größen sind daher nur in Ausnahmefällen möglich. Habe gestern noch mal mit dem Blimp gearbeitet, der sich an der Mail gehängt bzw. geschmuggelt hatte. Einfaches Aufblasen (300 Prozent) war möglich, aber alles andere verschlimmbesserte das Bild. Das ist dann die natürliche Grenze der Bearbeitung.

Mein Rat respektive Fazit entspricht daher dem eines geduldigen Opas - habe Ruhe und Geduld und füge Dich in Dein Schicksal. Ich weiß, das ist nichts für Krötentrunkmurkler und Schwefelalchimisten, sondern eher was für ÆrOkkultisten und Steampunker. Werde mir die Bilder noch mal anschauen ... aber da wird erfahrungsgemäß nicht viel herumkommen. Ich probiere meist so lange herum bis ich merke hier geht es nicht wirklich weiter. Das mag für den einen frustrierend sein, ist für mich aber eher ein Hinweis auf auf die Einmaligkeit des Geschehens, die Einzigartigkeit des Vorganges des Morphens --- und die Endlichkeit der Möglichkeiten. Manche Bilder habe ich in verschiedenen Varianten, die man in Nuancen sogar noch erweitern könnte, bei anderen ist schon nach kurzem Schrauben und Murkeln Schluss.

Mit bestem Gruß Harry

PS:
ich bin zwar kein Oberspezialist wie Dein Sohn, aber nach meinen Recherchen und Versuchen kann man die Plakate durchaus schon in dem vorliegenden Format 2139 x 2160 Pixel ausdrucken ... das ergäbe eine passable Plakat-Druckqualität. Da die Seitenverhältnisse aber nicht dem Format A3 entsprechen (= 29,7 x 42,0 cm) müsste das Bild noch gemittelt werden. Der entstehende freie Platz (oben oder unten) könnte für zusätzliche Angaben genutzt werden (Veranstaltungsort / Zeit + Datum / spezielle Hinweise und so weiter). Einfach mal ausprobieren (Passepartout  und so - Danke Werner !)
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- Plakat - Æmopunk - Motiv 1 - Motiv 2 - Motiv 3




Æmopunk